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WordPress: Vorteile, Herausforderungen und Alternativen


WordPress hat sich über zwei Jahrzehnte als Eckpfeiler des digitalen Raums bewährt. Aber wie steht es um seine Relevanz im Jahr 2024 für neue Webprojekte?

Eine Einschätzung nach vier Jahren beruflicher Erfahrung mit WordPress.

Vorteile von WordPress

Ein herausragender Vorteil von WordPress ist seine Zugänglichkeit. Mit der von den meisten Hostingunternehmen angebotenen One-Click-Installation und einer benutzerfreundlichen Oberfläche ermöglicht es auch Nutzern ohne technischen Hintergrund, ihre Webpräsenz selbstständig zu gestalten und zu verwalten.

Zusätzlich kann durch Plugins wie Elementor sogar die gesamte Webseite visuell selbst mittels Drag & Drop-Editor gestaltet werden. Dadurch können alle textlichen aber auch visuellen Änderungen rasch auch von Personen ohne technisches Wissen durchgeführt werden. Dadurch wird das Befüllen mit Content oder auch die iterative Verbesserung und Optimierung der Webseite vereinfacht. Die einfache Veränderung ist vor allem gut um z.B. schnell eine neue Landing Page für eine aktuelle E-Mail-Kampagne zu erstellen.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass WordPress seit fast 20 Jahren besteht und dadurch eine große Community aufweist. Es gibt zu so gut wie jedem Problem oder Aspekt genügend Blogeinträge oder Videos auf YouTube, die einen durch den Prozess führen.

Durch das große Angebot an Plugins für WordPress kann die eigene Seite auch leicht erweitert und neue Funktionalitäten hinzugefügt werden. Als im Zuge der Einführung der DSGVO mehrere Webseitenbetreiber wegen der Nutzung von Google Fonts abgemahnt wurden https://www.datenschutz.org/google-fonts-dsgvo/ konnte das Problem rasch durch eine Einstellung in Elementor und Nutzung des Plugins Disable & Remove Google Fonts ohne Webentwickler gelöst werden. Für die meisten Funktionalitäten gibt es ein Plugin, welches man selbst konfigurieren kann.

Herausforderungen von WordPress

Diese Flexibilität hat leider ihren Preis. Bei jeder Anfrage müssen vom Server Daten aus der Datenbank bezogen und damit dynamisch eine Antwort erstellt werden. Das verlangsamt die Webseite und sich negativ auf das SEO auswirken. Hier sind Caching-Plugins wie Hummingbird unerlässlich, um die Webseite wieder zu beschleunigen.

Zusätzlich sind die Updates von installierten Plugins nicht umsonst gefürchtet. Bei jedem Update sollte unbedingt ein Backup der gesamten Webseite vorgenommen werden. Es ist zwar selten aber leider ist es mir auch schon mehr als einmal passiert, dass die Webseite nach einem Update nicht mehr erreichbar war. In diesem Fall hilft nur das Zurücksetzen und Warten auf eine neue Version des fehlerhaften Plugins. Plugins für das Erstellen von Backups wie UpdraftPlus sind daher unerlässlich.

Ein weiterer Schwachpunkt ist die Komplexität von Drag & Drop Editoren wie Elementor und das Zusammenspiel von Plugins. Bei einer normalen Änderung einer Unterseite in Elementor ist anscheinend etwas in der Speicherung schiefgegangen, wodurch die Unterseite plötzlich nicht mehr erreichbar war. Die einzige Lösung war das zurücksetzen der Webseite und eine Wiederholung der Änderungen. Aus diesem Grund sind auch tägliche Backups unerlässlich.

Alternativen

Webseiten-Baukasten

Für Projekte mit geringeren technischen Anforderungen könnten Webseiten-Baukästen wie Jimdo eine pragmatische Lösung bieten. Sie bieten zwar oft weniger Funktionalität und Flexibilität im Vergleich zu WordPress aber gerade wenn es nur um eine digitale Visitenkarte geht, erleichtern diese Anbieter den Prozess substanziell.

Static Site Generatoren

WordPress Seiten haben oft einen Geschwindigkeitsnachteil. Wenn die Geschwindigkeit im Vordergrund steht und das Hinzuziehen eines Webentwicklers für Änderungen im Layout kein Problem sind bieten sich Static-Site-Generatoren wie Astro an. MMit SSGs (Static-Site-Generatoren) können selbst komplexe Designs effizient umgesetzt und höchste Geschwindigkeiten garantiert werden.

Für die Nutzung eines SSG muss die Webseite zuerst designt und dann von einem Webentwickler programmiert werden. Inhalte der Webseite wie Texte oder Blogartikel können über ein headless CMS integriert werden. Im headless CMS können dann Inhalte z.B. neue Blogartikel ähnlich wie in WordPress über eine Weboberfläche eingetragen werden. Aber auch hier müssen diese Stellen vorher definiert werden - für eine Änderung ist wieder der Webentwickler notwendig.

Fazit

WordPress bleibt aufgrund seiner Flexibilität, Benutzerfreundlichkeit und umfangreichen Community eine führende Wahl für viele Webprojekte. Im Jahr 2023 haben 45,8 % aller Webseiten (W3Techs Survey 2023) WordPress verwendet und der Anteil wird wahrscheinlich auch in den kommenden Jahren hoch bleiben.

Ein Baukastensystem ist die bessere Wahl, wenn die Webseite eine digitale Visitenkarte ist und auch keine großen Erweiterungen in Zukunft geplant sind. Falls absehbar ist, dass die eigene Webseite umfangreicher wird, kann sich eine Investition in das Setup von WordPress lohnen.

Falls keine häufigen Änderungen notwendig sind und die Webseite durch Geschwindigkeit oder ein besonderes Design auffallen soll, könnte die Investition in einen Static-Site-Generator in Erwägung gezogen werden.

Die Wahl der passenden Plattform für Ihr Webprojekt erfordert eine sorgfältige Abwägung Ihrer Bedürfnisse und Ressourcen. Entscheidend ist, eine Lösung zu wählen, die sowohl den aktuellen Anforderungen gerecht wird als auch zukunftsfähig ist.


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